Interationaler Bericht bekräftigt: die Erde wird heißer und heißer

klimabericht2015

Quelle: NOAA NCEI

Rund 450 Klimatologen haben nach der Analyse von zehntausenden von Messdaten zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass die Temperaturen global betrachtet neue Rekordwerte erreichten und dass auch der Meeresspiegel so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen lag. Auch lag der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2015 so hoch wie nie zuvor.

Darüber berichtet die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) in einem 300 Seiten langen Bericht. Demnach lagen die durchschnittlichen Globaltemperaturen im Jahr 2015 bei rund +14,8 Grad. Vergleicht man diese Daten mit denen des 20. Jahrhunderts, so beträgt der Temperaturanstieg rund +1 Grad. Dargestellt werden auch die Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmung und dem El Niño Phänomen, welches maßgeblich zu einer Verstärkung des Effekts beiträgt. Das sich veränderte Klima beeinflusst den El Niño Effekt und dieser verstärkt wiederum die Klimaveränderung nachhaltig.

Neben den angestiegenen Temperaturen in 2015 registrierten die Forscher auch einen stark ansteigenden Meeresspiegel wie noch nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. So stieg der Meeresspiegel in den letzten 20 Jahren um sieben Zentimeter. In Teilen des Westpazifiks und des Indischen Ozeans steigt der Meeresspiegel schneller, was in Zukunft zur Folge hat, dass etwa ein Drittel von Bangladesch von den Wassermassen eingeschlossen werden wird. Ähnliches gilt für die Malediven und andere Inselstaaten.

Auch für 2016 verzeichnet die NOAA einen Rekord nach dem anderen: Der Juni 2016 – global betrachtet – ist der heißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen von 1880. Somit ist der Juni 2016 der 14. Monat in Folge, in den ein neuer Temperaturrekord aufgestellt worden sei. Ganz konkret: Eine solche Serie an Rekordwerten hat es in den letzten 136 Jahren noch nie gegeben. Die über Land und Wasser gemessenen Temperaturen lagen bei 15,5 Grad und somit um 0,9 Grad höher als die Werte aus den 20. Jahrhundert. Blickt man auf die ersten sechs Monate des Jahres 2016, so stellten diese insgesamt einen neuen Rekord auf, so dass das Jahr 2016 eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, erneut einen Wärmerekord aufzustellen.

Die Uhr tickt weiter.

Quellen: www.noaa.govwww.noaa.gov II

Klimaskeptiker-Thesen vom Bundeswirtschaftsministerium 

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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von Korruption durchsetzt. Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Die Zeit scheint gekommen, indem die Interessen und Finanzquellen hinter den in manchen Medien lange durchaus beliebten »Klimaskeptiker«-Thesen auch für Journalisten interessant werden und aufgedeckt werden. So ermitteln Staatsanwaltschaften bspw. gegen die Ölfirma Exxon wegen vorsätzlicher Klima-Desinformation und durch den Bankrott von US-Kohlefirmen wie Peabody kommen weitere Unterlagen an die Öffentlichkeit, in denen die Finanzierung von »Klimaskeptikern« belegt werden. Deutschland offenbart Verstrickungen bis in die oberen, politischen Institute: In den 2000er Jahren verbreitete die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in der Politik und über die Medien mittels Hochglanzbroschüren und einem populärwissenschaftlichen Buch die These, dass CO2 womöglich keine wichtige Rolle für den Klimawandel spielt.

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Politik wusste bereits seit Jahren von den Abgasbetrügereien

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU. Hand in Hand mit der Autolobby. Foto: Michael Lucan, CC-BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Schon seit Jahren liegen der EU-Kommission Informationen dazu vor, dass Autohersteller bei den Abgaswerten von Dieselautos lügen und betrügen. Dies offenbaren interne Dokumente, welche erkennen lassen, dass das Wissen über den Skandal bis in die Mitte der 2000er Jahre zurückreicht. Jahrelang geschah nichts. Den Spiegel Online und The Guardian vorliegenden Dokumenten ist zu entnehmen, dass es sowohl innerhalb der Kommission als auch mit Regierungen der EU-Staaten ein jahrelanges Hin und Her gab – und dass auch die Bundesregierung bereits 2012 an Treffen beteiligt war, in denen es um Abgasmogeleien ging, die dann im September 2015 im Zuge des VW-Skandals bekannt wurden.

Experten beobachten bereits früh ein seltsames Phänomen: Die Luftqualität in Städten verbessert sich weniger schnell, als es angesichts der strenger werdenden Auto-Abgasvorschriften zu erwarten wäre. Eine gemeinsame Forschungsstelle, das Joint Research Centre (JRC), wurde mit der Messung des Abgasausstoßes im realen Fahrbetrieb beauftragt und stellte fest, dass der Stickoxid-Ausstoß von Dieselfahrzeugen im realen Fahrbetrieb viel höher ist, als in den Labortests. 2008 werden erste Ergebnisse in einem Fachblatt veröffentlicht, und diese fanden auch ihren Weg in die Kommission. Am 8. Oktober 2010, also rund drei Jahre nach den JRC-Tests, heißt es in einem internen Schreiben, es sei wohlbekannt, dass es eine Diskrepanz zwischen den Emissionen von Diesel-Autos bei der Typenzulassung und im normalen Fahrbetrieb gebe. weiterlesen

Das große Verarschen: Hybridautos

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Hybridfahrzeuge – die Klimaschutz-Lachnummer. Zwischen 500 Metern und 5 Kilometern können diese Blechungetüme rein elektrisch zurücklegen.

Jaja, unsere Industrie. Die Verantwortlichen halten die Kundinnen und Kunden von Hybrid-Autos offenbar für beschränkt und diese sind es vermutlich auch, wenn sie denn auf die bunten Werbe-Wolkenkuckucksheime dieser »Green-Washing-Pinocchios« hereinfallen. Denn mit ein wenig Interesse könnte jeder und jede dahinterkommen, dass die praxisfernen Mond-Angaben, welche auf dem Papier suggerieren Hybridmodelle seien sparsam und umweltfreundlich, nichts als ein schlechter Witz sind.

Die Verbrauchsangaben bei Hybridmodellen, also Autos mit kombiniertem Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor, sind für viele Pkw-Käuferinnen und Käufer neben dem Kaufpreis ein wichtiges Kaufkriterium. Das ergab eine Studie des CAR-Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Doch die Werte, mit denen die Hersteller ihre Fahrzeuge bewerben, haben mit der Realität so viel zu tun, wie beispielsweise Puh der Bär mit einem realen Bären.

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Uni Kiel tritt in die Pedale – Startschuss für das campusrad

Die Studentinnen Sinja Dittmann und Stefanie Knutz entwickelten mit Kommilitoninnen im yooweedoo-Wettbewerb die Idee zum campusrad. Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

Die Studentinnen Sinja Dittmann und Stefanie Knutz entwickelten mit Kommilitoninnen im yooweedoo-Wettbewerb die Idee zum campusrad.
Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

Ökologisch sinnvoll, flexibel und schnell können sich Studierende und Angestellte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ab sofort mit dem neuen ›campusrad‹ bewegen. 50 robuste Fahrräder stehen CAU-Angehörigen per Leihsystem zur Verfügung, um zwischen Hörsälen und Verwaltungsgebäuden umweltbewusst hin und her zu fahren.

Nach einer einmaligen Online-Registrierung über das Campusnetz können sich Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über »Call a Bike«, dem Fahrradmietsystem der Deutschen Bahn, anmelden. Der Weg zwischen den Gebäuden an der Uni Kiel wird dann mit wenigen Klicks auf eine kleine Sporteinheit verkürzt. Die ersten dreißig Minuten sind für alle CAU-Nutzerinnen und -Nutzer kostenfrei – auf dem Campus und auch deutschlandweit. Registrierte Universitätsangehörige erhalten diese Sonderkonditionen auch in den rund fünfzig deutschen Städten, wo der Mietrad-Service von Call a Bike angeboten wird. Wer ein Fahrrad länger als eine halbe Stunde mietet, zahlt acht Cent pro Minute oder neun Euro für den ganzen Tag. weiterlesen

Der urbane Raum

Ein Kommentar von Klimus

Der gesamte urbane Raum (städtisches Gebiet) wird heute durch das Auto dominiert. Wir müssen uns fragen, warum dies so ist und warum es einer großen Anzahl von autofahrenen Menschen nicht gelingt, eine realistische und vernunftbegründete Bewertung ihrer PKW-Nutzung vorzunehmen. Fakt ist, unsere heutige Gesellschaft ist dem Auto verfallen und sie ist verroht: Eine Gesellschaft, in der es als normal angesehen wird, dass diejenigen, welche die Autos dieser Gesellschaft bauen und reparieren höher honoriert werden als diejenigen, welche die Kinder dieser Gesellschaft betreuen und bilden, spricht für sich und ist per se als abnorm zu bezeichnen. Wie konnte es dazu kommen?

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Von offiziellen Statistiken zum Klimawandel

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Smog durch Industrieproduktion in China. ©Fredrik Rubensson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Viele offizielle Statistiken über den Ausstoß von Klimagasen stellen die Tatsachen auf den Kopf. Diese Statistiken haben einen bestimmten Zweck. Leider ist dieser Zweck nicht Profundität. Über die Bilanzfälschertricks der Lobbyisten.

Seit vielen Jahren erleben wir die gleichen Abläufe. Auf irgendwelchen Klimakonferenzen weltweit treffen sich tausende Delegierte und beschließen mittels durchdachter Wortakrobatik irgendwelche Klimaabkommen – zuletzt im Dezember 2015 in Paris. Diesmal erlebten wir nach Paris, dass das dort beschlossene Abkommen von der weltweiten Presse als Meilenstein in den Himmel geschrieben wurde. weiterlesen

Gesellschaftliche Determinanten

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Der große Verbrenner – Unvernunft oder Ausdruck von Freiheit?

Die zentrale Frage, welche wir uns stellen müssen ist, warum diese Gesellschaft nicht in der Lage zu sein scheint, ihre eigenen Lebensgrundlagen zu erhalten, indem sie von ihrem rapide voranschreitenden, zerstörerischen Einwirken auf die Umwelt ablässt. Die Fakten zum Klimawandel liegen methodisch eruiert, als wissenschaftlicher Konsens ausgebreitet auf dem Tisch – für jeden zugänglich, für jeden verständlich. Dennoch ignorieren breite Teile dieser Gesellschaft die von den Fachleuten der Welt bereitgestellte Diagnose. Wie kann das sein?

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Alles wie gehabt – Auch die Politik distanziert sich von Paris

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Wieder auf Linie. Gabriel in der Märchenwelt der Kohlelobby. ©A.Savin / via Wikimedia Commons

Wirtschaft und Politik leben weiterhin in einer Parallelwelt. Nachdem die Industrie durch BDI-Präsident Grillo bereits am 2. Januar  deutlich machte, dass sie die Beschlüsse von Paris nicht im geringsten interessieren, stimmen nun auch nach und nach Vertreter der Politik in das alte »weiter so wie bisher« – Liedchen ein. Die Lobbyisten haben im Hintergrund ihre Fäden gezogen und die Politik im Sack und es wird immer offenkundiger – Paris war eine Scheinveranstaltung zur Beruhigung der Massen. Die notwendige Veränderung des Landes werden ausschließlich die zahlreichen Aktivitäten der »normalen Menschen« vorantreiben, die oft unbemerkt von der Öffentlichkeit agieren.

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Energiewende: Leuchtturm Schleswig-Holstein

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Minister Robert Habeck – Hausaufgaben gemacht. ©GrueneSH / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Schleswig-Holstein will bis 2020 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 40% erreichen und bis 2050 um 80-95%. Dieses Ziel gilt auch für die Bundesebene, aber im Gegensatz zum Bund ist Schleswig-Holstein mit seinen bisherigen Bemühungen auf einem deutlich erfolgreicheren Weg zur Erreichung dieses Ziels.

Der Schleswig-Holsteinische Energiewendeminister Dr. Habeck, hatte bereits auf der Podiumsdiskussion im November 2015, im Audimax der Kieler Uni ausgeführt, dass Schleswig-Holstein aufgrund seiner geographischen Lage und des sehr zügig fortschreitenden Ausbaus der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, immer mehr zum Energie-Knotenpunkt zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern wird. Vereinfacht kann man durchaus sagen, dass in einigen Jahren die Windkraft aus Schleswig-Holstein, Dänemark, Norwegen und Schweden (in Skandinavien auch Wasserkraft) den Rest Europas mit Strom versorgen wird. weiterlesen

BDI-Präsident Grillo erklärt die Zeit der Vernunft für beendet: Industrie warnt vor übertriebenen Kohleausstiegsplänen

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Ein Fossil für Fossiles: Ulrich Grillo vom BDI ©RudolfSimon / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Ein Kommentar von Klimus

Drei Wochen hat es die deutsche Industrie nach dem Pariser Klimaschutzabkommen geschafft, sich zurückzuhalten. Die Karenzzeit erklärt nun der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo für beendet. Wie gehabt bedient sich der Chef-Lobbyist dabei gewohnter Horrorszenarien, welche eine bevorstehende Steinzeit am Horizont skizzieren, wenn die Wirtschaft tatsächlich in der Zukunft einmal vernunftorientiert und nachhaltig produzieren müsste. Das Beschwören des Untergangs des Abendlandes ist als Standard-Masche nichts außergewöhnliches – außergewöhnlich hingegen ist das puerile Niveau, mit dem sich der BDI-Präsident an die Öffentlichkeit traut.

Nach den Beschlüssen von Paris im Dezember 2015 stehen bis Mitte 2016 Gespräche zwischen Umweltministerin Hendricks und der Industrie über den Ausstieg aus der fossilen Energie an. Dieser, wie inzwischen jedes Kind weiß, für diesen Planeten überlebensnotwendige Ausstieg, ist allerdings in der auf Eindimensionalität fußenden, barocken Vorstellung der deutschen Wirtschaft ausschließlich mit Begriffen wie »Kosten« oder »Profitbeschränkung« assoziert – Begriffe wie »Chance« oder »Progress« hingegen offenbaren sich den reaktionären, umweltzerstörerischen Dinosauriern aus Wirtschaft und Industrie als fremd. weiterlesen

Pariser Klimavertrag: Kritik von führenden Klimawissenschaftlern

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Professor Mojib Latif: „Zu viel Spielraum, zu wenig Konkretes.“ (Bild vom November 2014), Bild: DKK, Stephan Roehl

Der in weiten Teilen der Politik und Leitmedien frenetisch bejubelte Klimavertrag von Paris, steht in der Kritik von führenden Klimawissenschaftlern. Es sei zwar ein starkes Signal, dass die Grenze der Erderwärmung in dem Vertrag auf maximal 1,5 Grad ausgerufen wurde, doch gleichzeitig werden die Maßnahmen, die für dieses Ziel nötig wären, Stück für Stück aus dem Vertragsentwurf getilgt.

Um die im Klimavertrag vereinbarte, begrüßenswerte Obergrenze einhalten zu können, müssten alle Industrieländer bis 2030 bei Null CO2-Emissionen liegen, erklärten die Wissenschaftler. Steffen Kallbekken, Forschungsdirektor des norwegischen Cicero-Instituts, verdeutlicht das Problem zwischen Anspruch und Wirklichkeit: »Das Problem ist nur: Wenn die Welt nach dem möglichen Inkrafttreten des Vertrags im Jahr 2020 damit beginnt, die Marke anzupeilen, ist es längst zu spät. Dann haben wir unser CO2-Budget bereits erschöpft.« Auch Joachim Schellnhuber, Leiter des renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIC), warnt vor den zu schwachen Maßnahmen. weiterlesen

Paris 2015 – der COP21 – ist beendet. Eine Bilanz.

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Aktiv für das Überleben der Menschheit: Greenpeace-Aktivisten © OsvaldoGago / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

von Klimus

Es war das Highlight des Jahres, nun ist er zu Ende – der Pariser UN-Klimagipfel (COP21). Was in Teilen der Presse als »historisch« gefeiert wird, ist lediglich ein »Pariser Scheitern mit Zuckerguß«. Der Text des Pariser Klima-Vertrages ist »voll von Spuren der Industrielobbyisten« und die vorgelegten Maßnahmen reichen längst nicht aus, um den Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad zu halten – schon gar nicht, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, wie es im Vertrag vollmundig beschlossen wurde. Paris bietet einige Ansätze, ist aber (leider) unter dem Strich ein unrealistisches Lippenbekenntnis, ohne den entsprechenden, dafür notwendigen Unterbau.

Spiegelonline feiert den Pariser Vertrag als »Historisches Abkommen«, Barbara Hendricks hat ihn als »historischen Wendepunkt in der Umweltpolitik« gewürdigt, die FAZ spricht vom »Dokument zur Rettung der Welt«, die Zeit sieht in ihm gar »Die schönsten aller französischen Revolutionen« und ein bekanntes Boulevard-Blatt titelt in standesgemäß übergroßen Lettern: »Viele Generationen werden sich an den Gipfel erinnern.« weiterlesen

Paris – Ein kurzes Zwischenfazit

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Staats- und Regierungschefs am Beginn des Gipfels. Foto: © Presidencia de la República Mexicana / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Die erste Woche in Paris ist rum – es ist Halbzeit. Was gibt es zu berichten? Engagierte, an einem Strang ziehende Klimadiplomaten, die obstinationsfrei eine gemeinsame Lösung für die Menschheit suchen? Oder das übliche Spielchen mit den kurz- und mittelfristigen ökonomischen Interessen?

Die Antworten: Nein. Ja. Punkt. Der Klimagipfel ist kein Klimagipfel, er ist in Wirklichkeit ein Wirtschaftsgipfel. So fasst es der Kollege von klimaretter.info Joachim Wille kurz und bündig zusammen. weiterlesen

Kleines Costa Rica – ein Riese!

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Kinder beim Nationalfeiertag. Costa Rica, welches bereits in den 1950er-Jahren seine Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft hat, ist auch in Sachen Umweltschutz ein Riese. Foto: © Bruce Thomson / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Vor rund 50 Jahren hat sich Costa Rica die Erhaltung seiner Natur als besonderes Anliegen zum Hauptziel gesetzt. Heute wird in Costa Rica fast der gesamte Strombedarf des Landes (98,3 Prozent) aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Den grössten Anteil daran hat die Wasserkraft mit 74,4 Prozent. Lediglich 1,3 Prozent stammen aus nichterneuerbaren Quellen, aus thermischen Kraftwerken, die Diesel oder Schweröl verbrennen. So kann sich ein Land entwickeln, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Irene Cañas, die stellvertretende Umwelt- und Energieministerin, erklärt im Gespräch, wie stolz das Land auf seine grüne Philosophie ist. Seit Jahrzehnten werde bereits bei den Kleinsten in der Schule der Respekt für die Umwelt gelehrt. Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist ein Teil der Landeskultur gworden. Angefangen hat diese Einsicht in den 1960er Jahren, als die ersten Nationalparks geschaffen wurden. Heute stehen bereits 1/4 der Landesfläche unter Naturschutz! weiterlesen

Paris und Pressemitteilung des Deutschen Klima Konsortiums

Prof. Dr. Mojib Latif, DKK-Vorstandsvorsitzender und Klimaforscher, Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel © DKK, Foto: S. Sharifi

Paris steht vor der Tür und in nahezu allen medialen Nischen steht das Thema Klimawandel auf dem Plan. Die Klimarelevant-Redaktion hält sich (noch) zurück, da wir uns nicht in Spekulationen verlieren und das Ergebnis abwarten wollen. Wie wichtig der Gipfel ist, haben wir an vielen Stellen dieses Portals betont, gleichfalls aber ebenso unsere Besorgnis darüber mitgeteilt, wie wenig Vertrauen wir in die Fähigkeit der politischen Vertreter auf Grund der Erfahrungen der letzten 20 Jahre Klimapolitik hegen, diese Situation angemessen zu behandeln.

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Faktizitäten zur Kohle

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Rechtzeitig zu Paris: Der Kohleatlas 2015 der Heinrich-Böll-Stiftung. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung

In zwei Wochen tagt in Paris die Weltklimakonferenz. Keine Frage, die Welt blickt in diesen Tagen gebannt in eine der schönsten Städte Westeuropas. Sich zum Gipfel die Fakten über Kohle zu vergegenwärtigen, ist hilfreich, denn Braun- und Steinkohle sind die schmutzigsten Energieträger der Welt – keine anderen emittieren mehr CO2.

Um sich einen umfangreichen Überblick über die ökologischen Fakten »der dreckigen Energieträger« zuteil werden lassen zu können, hat die Heinrich-Böll-Stiftung den Kohleatlas 2015 herausgebracht, welcher wohl eine der umfangreichsten, für die Allgemeinheit veröffentlichten Faktensammlungen zur Kohle darstellt. Dieser Atlas ist wichtig, denn vergessen werden darf nicht, dass wenn die Weltgemeinschaft  das Klimaziel von einer maximalen Temperaturerhöhung von 2 Grad nicht verfehlen will – die »2 Grad-Grenze« gilt den Klimaexperten zwar bereits als gravierend, aber möglicherweise noch handelbar -, dann müssen 80 Prozent der bekannten Kohlereserve im Boden bleiben! Überschreitet die globale Durchschnittstemperatur diesen Wert, wird es prekär.

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Energieforum 2015: Ein Klima verändert die Welt

Die Mitwirkenden bei der abschließenden Podiumsdiskussion. Von l.n.r.: Moderator Carsten Kock, Katharina Beyerl, Dr. Robert Habeck, Frank Eisoldt, Prof. Dr. Mojib Latif (mit Mikrofon)

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lud zum Energieforum 2015 – Ein Klima verändert die Welt im Audimax ein. Expertinnen und Experten referierten über die Auswirkungen des globalen Klimawandels. Mit dabei war unter anderem die »Kieler Klima-Ko­ry­phäe« Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher am Geomar, CAU und diesjähriger Träger des deutschen Umweltpreises.

Vor rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörern im fast bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal H im Audimax, wurde den Gästen ein breites Spektrum rund um das Thema Klimawandel geboten. In vier Impulsbeiträgen führte die geladene Referentin und ihre drei männlichen Kollegen die Interessierten in ihre jeweiligen Spezialgebiete ein. Jedes Gebiet eröffnete dabei eine andere Perspektive in das breite Themengebiet. Nach der Veranstaltungseröffnung durch Dr. Norbert Kopytziok, dem Projektleiter »klik – klima konzept 2030« der CAU, begannen die jeweils etwa 15 Minuten kurzen »Klimareisen«: weiterlesen

Forst zeigt höchstes Schadensniveau seit Jahrzehnten

Kraftvolles Grün. Wie lange noch?

Bezogen auf alle Baumarten und Altersstufen zeigen 85,4 Prozent der Bäume Blatt- beziehungsweise Nadelverluste. Das bedeutet: weniger als 15 Prozent der Bäume haben die Rekordhitze und Dürre unbeschadet überstanden.

Der Zustand des Frankfurter Forst hat sich nach Jahren der stetigen Verbesserung im Jahr 2015 abrupt verschlechtert. Dies geht aus dem diesjährigen Waldzustandsbericht des Grünflächenamtes hervor. Fast die Hälfte aller untersuchten Bäume (48,1 Prozent) hatten gelichtete Kronen mit stärkeren Blatt- und Nadelverlusten von 25 bis 100 Prozent (Schadstufen 2 und 3). Ein Prozent der Bäume war sogar ganz abgestorben. Dies sind die schlechtesten Werte seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahre 1984.

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Spanien: Solarenergie zerschlagen, Atomenergie fördern

Spanische Parlament. Volle Kraft zurück. Foto: © Luis García / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Spaniens konservative Regierung tritt dem Kreis der Realitätsverweigerer bei und kehrt dem Solarstrom den Rücken zu.  Zudem roll sie der Atomindustrie den roten Teppich aus.

Spanien ist ein sonnenreiches Land, an bis zu 300 Tage scheint diese vom Himmel. Im südlichen Spanien locken 3000 Sonnenstunden – das sind etwa doppelt so viele wie in nördlicheren, europäischen Ländern. Somit hat Spanien wie kaum ein Land so gute Voraussetzungen, um Europas Sonnenenergievorreiter zu sein und doch fristet der Solarstrom in Spanien ein Schattendasein.

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DAS hier ist die ZUKUNFT!

Was passiert, wenn ein absoluter Tuning-Freak, in dessen Leben sich bisher alles ausschließlich um schnelle Autos mit Verbrennungsmotor drehte, einen Tesla Model S testet? Jean Pierre Krämer, einem breiterem Publikum bekannt aus seinen TV-Sendungen unter »JP Performance«, probiert genau das aus. JP testet ausgiebig einen Tesla S. Um es vorweg zu nehmen – danach war seine Welt aus den Fugen.

Ja klar, man braucht solche Fahrzeuge eigentlich nicht, zumindest nicht solange noch Menschen auf diesem Planeten verhungern. Dennoch, das filmische Ergebnis (siehe unten) ist sehenswert. Zeigt es doch, wie Rückständig die Verbrennertechnologie wirklich ist.

Viel Spaß mit der Reise in die Zukunft, die heute schon Gegenwart ist. weiterlesen

Konservative in reaktionärer Zeitschleife gefangen

eine Glosse von Klimus

Bewahren sieht anders aus. Erwachsene, vernunftorientiert denkende Menschen prüfen, was es zu bewahren gilt. Von Dingen, auch wenn es sich um lieb gewordene Dinge handelt, die für einen selbst oder andere als schädlich erkannt werden, trennt sich ein vernünftiger Mensch. Konservativen Menschen scheinen andere Maßstäbe zu haben.

Ist weiterdenken so schwer? Polens Jarosław Kaczyński und das Märchen vom Klimaschutz mit Kohlekraft. Foto: © Piotr Drabik / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Zweifelsfrei ist der beschriebene, kritische Blick auf das, was es zu bewahren gibt, eine vernünftige Definition von »bewahren«. Bewahren (der Schöpfung), was ja der Bedeutung des Wortes Konservatismus innewohnt (vom Lateinischen ›conservativus‹ – erhaltend, bewahrend) ist aber das genaue Gegenteil von dem, was Konservative tun – in den USA sowieso, aber auch in Europa ist es nicht anders: Statt erwachsener Handlungsweise wird das, was ruinös (für die Schöpfung) ist, schön geredet, weil eben dieses Schädliche leider gleichzeitig irgendwelche, zumeist materielle Vorteile für den Konservativen sichert. Sämtlicher Blick auf langfristigen Folgen der eigenen Handlungsweisen werden dann radikal ausgeblendet. Ob krebserzeugende Abgase, das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier, ob Kunststoffmüllschwemme in den Ozeanen und in ihren Speisefischen, die allgemein unfassbare Ausmaße angenommene Umweltzerstörung oder wenn schon denn schon auch gleich die Vernichtung der Lebensgrundlagen weiter Teile der Erde selbst, wird vom Konservativen einfach mal so »zack zack« verzockt, wenn nur die eigenen, kurzfristigen, finanziellen Vorteile und die damit verbundenen Annehmlichkeiten gesichert bleiben. All diese Dinge interessieren diese rückständige Korona einfach nicht, ja schlimmer noch, sie weigern sich wie kleine Kinder überhaupt einmal darüber nachzudenken, ob ihre Art zu leben, ihre Wirtschaftsweise, welche nicht auf Vernunft sondern auf Raffsucht aufbaut, an all dem Unglück, welches unsere Kinder ausbaden werden müssen, Schuld ist. Und wofür das alles? Schauen Sie sich doch einmal an, mit was für einem Dreck (dafür gibt es wirklich oft kein anderes Wort) uns ihre Konzerne und Unternehmen erlauben zu bedienen! Lesen Sie doch einmal die Testberichte einer Ausgabe der Ökotest. Irgendeiner Ausgabe. Es ist egal welche. Es ist ein einziger Horrorladen, in dem wir leben. Seit erscheinen dieser Zeitung Ende der 1980er Jahre, hat nach fast jeder Ausgabe ein Unternehmen die Ökotest wegen ihrer schonungslosen Offenlegung in ihren Testberichten, mit welcherlei Giften wir in oder bei diesem oder jenem Produkt vergiftet werden, verklagt – alle sind sie gescheitert, die Zeitung gewann alles. Das ist unsere Realität. weiterlesen

Indonesien: Es brennt an allen Ecken und Enden

Über 100.000 Feuer in Indonesien. Bild: Reid Laura

Über 100.000 aktive Feuer wüten seit Monaten in großen Teilen des indonesischen Regenwaldes. Die Folgen für das weltweite Klima sind verheerend, denn die bei den Bränden der uralten Wälder freigesetzten Emissionen übertreffen den täglichen Ausstoß der gesamten US-Wirtschaft.

Seit Monaten wüten tausende Wald- und Torfbrände, die seit Anfang September weitere Fahrt aufnehmen. Freigesetzt werden eine ungeheure Menge Treibhausgase. Nach Schätzungen der Global Fire Emissions Database, die sich mit dem durch Brände verursachten CO2-Ausstoß weltweit befasst, gab es in Indonesien allein dieses Jahr über 100.000 aktive Feuer, so viele wie nie zuvor.

Der jährliche Höhepunkt der indonesischen Feuer-Saison fällt stets in die Zeitspanne zwischen Ende September und Anfang November. Dieses Jahr gab es jedoch allein schon bis zum 23. Oktober 111.692 durch Satellitenbilder erfasste Feuer. Setzt sich dieser Trend bis in den November fort, so würden alle bisherigen Aufzeichnungen, inklusive dem Rekordjahr 2006, bei Weitem übertroffen werden. weiterlesen

40-Tonnen-Diesel-Lkw stoßen weniger Schadstoffe aus als Diesel-Pkw

Absurd: 40-Tonner Diesel stoßen weniger Abgase aus, als ein Diesel-Pkw. (der Bus auf den Bild übrigens gar keine – es ist ein Elektrobus) Foto: © Lord Alpha / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Es ist absurd. 40-Tonnen-Diesel-Lkw stoßen weniger Schadstoffe aus als Diesel-Pkw. Bei Diesel-Lkw werden die Emissionen nämlich unter realistischen Bedingungen auf der Straße und nicht nur wie bei den Pkw nach einem praxisfremden Zyklus im Labor gemessen.

Natürlich bleibt das Ziel unabänderlich bestehen: Mobilität mit Verbrennungsmotor ist abzuschaffen – die Argumente gegen Verbrenner sind erdrückend und haben wir in mehreren Artikeln bereits genau beschrieben. Im Elektroantrieb ist bereits seit 10 Jahren eine voll funktionierende Alternative vorhanden und verbessert sich zudem weiterhin stetig. Auch haben wir beschrieben, warum die Menschen sich bis heute durch die Verbrenner krankmachen lassen müssen – den »Bemühungen« der Automobilindustrie sei dank. Und so haben wir sie noch, überall, nicht selten riesengroß und tonnenschwer – es ist absurd. Wer öfter Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, wird rücksichtslos eingegast. Nicht einmal die von der Politik geforderten Grenzwerte können – oder wollen – die Automobilbauer einhalten, denn das hieße mehr in das Fahrzeug zu investieren. Bei der Herstellung von Lkw muss sich aufgrund der realen Testmethoden mehr Mühe gegeben werden, und hier wird dann auch mithilfe von SCR-Katalysatoren das Abgas gefiltert und die Emissionen reduziert. Dies ist natürlich auch für Pkw technisch möglich, aber das kostet eben etwas mehr. Hier zeigt sich, wie der vom marktgläubigen gottgelobte Wettbewerb »funktioniert« – überwiegend zu Lasten von Gesundheit und Umwelt und zu Gunsten der Kapitalanhäufung. weiterlesen

Erneuerbare Energien legen um rund 20 Prozent zum Vorjahr zu

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Intelligente Energie-„Erzeugung“. Foto: © Molgreen / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die erneuerbaren Energien 114.723 Gigawattstunden zur Brutto-Stromerzeugung in Deutschland beigetragen, wie aus den Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht. Dies liege 19,5 Prozent über dem Wert von 2014 und sei fast doppelt so viel, wie die Kernenergie erzeugte.

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Alltägliche Absurditäten – Kommentar

von Klimus

Die internationale Automobilausstellung 2015 ist seit knapp 3 Wochen Geschichte – die alltäglichen Absurditäten sind es nicht.

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Blendwerk. Autoindustrie und Politik und das Märchen vom Fortschritt. Foto: © RudolfSimon / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Es beleidigt meine Intelligenz, wenn sich Zeitgenossen wie Dr. Dieter Zetsche (Daimler AG), Harald Krüger (BMW Group), Jürgen Schrempp bzw. jetzt Matthias Müller (Volkswagen AG) und Prof. Rupert Stadler (Audi AG) in Interviews oder zuletzt auf der IAA hinstellen und mir was von intelligenten Technologieprodukten mit maximalem Coolness-Faktor, von Spitzenprodukten deutscher Entwicklerkunst erzählen wollen. Sie geben das wieder, was ihnen pferdeschwänzige Marketingstrategen und Designer täglich vorsalbabern – es ist für sie Wirklichkeit geworden. Aber wohlbemerkt, wir reden hier von Automobilen mit Verbrennungsmotor!

Seit etwa 10 Jahren ist es Realität, dass wir über Antriebe verfügen, die weder die Umwelt noch die Gesundheit von Mensch und Tier zerstören – die Verbrennungsmotoren, die seit dem 19. Jahrhundert die Mobilität garantierten, hätten seit dem zunehmend dahin verfrachtet werden können, wohin sie gehören – auf den Müllhaufen der Geschichte, denn sie haben ihren Dienst auf dem damaligen Stand der Entwicklung getan. Sicher, auch heute kann man noch hier und da Verbrennertechnik verwenden – das KFZ allerdings gehört definitiv nicht mehr dazu. Tesla zeigt uns allen heute ungerührt den Stand der Technik mit ihren Elektrofahrzeugen – nahezu lautlose, emissionsfreie Fortbewegung mit locker 500 km Reichweite. Damit auch dem letzten klar wird, wie rückständig Verbrenner-Automobile sind zitire ich einmal (ausnahmsweise) Tesla: »Der zukunftsweisende Tesla Elektroantrieb begeistert durch seine unglaubliche Dynamik. Im Gegensatz zu Benzinmotoren, bei denen sich Hunderte von Teilen drehen und bewegen, kennen Tesla Elektromotoren nur ein Teil, das rotiert: den Rotor. Da stets das volle Drehmoment anliegt, beschleunigt das Model S über den gesamten Geschwindigkeitsbereich mit gewaltigem Vortrieb, aber leise und gleichmäßig. Ein beherzter Druck auf das Beschleunigungspedal und die leistungsstärkste Version des Model S sprintet in rekordverdächtigen 3,0 Sek. von 0 auf 100 km/h – ohne Zögern oder einen Tropfen Benzin. Das Model S präsentiert sich damit zurecht als neueste Evolutionsstufe im Automobilbau.« Wer diese Realität nicht kennt, sollte den Link wirklich einmal anklicken und sich anschauen, wie alt unsere Auto-Konzern-Großkopferten wirklich sind. weiterlesen

Deutschland: FDP bestätigt interlektuelle Ambivalenz

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FDP-Jurist Florian Rensch – Im Auftrag der Klientel unterwegs. Bild: Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Die hessische FDP fordert erneut den Ausbau der Windenergie zu stoppen, da nach ihrem Befinden die Windenergie unrentabel und für eine sichere Stromversorgung ungeeignet sei. Das FDP-Bürgerforum ›Energiewende im Jahr 2015 – Deutschland in der Sackgasse‹, ist angetreten, um diese der Wirklichkeit entgegengesetzt stehenden Verlautbarungen zu verbreiten.

Dies ist ein neuerlicher Vorstoß der hessischen Klientel-Partei (wir berichteten bereits im Juli) gegen den Ausbau der Windkraft. Mit banalen Parolen ohne inhaltliche Substanz wie »die Energiewende ist lange gescheitert und zwar an den Gesetzen der Physik, der mathematischen Statistik und der Ökonomie« geht es erneut an den Start. Zum Teil erstaunte Zuhörer des FDP-Bürgerforums im Gemeindezentrum Würges erfuhren unter anderem vom Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian Rentsch, das der Klimawandel nicht existiert. Dies ist der einzige Schluss, der zu ziehen ist, wenn von dieser FDP gefordert wird, die Planungen auf Landesebene zur Verdreifachung der Windkraft zu beenden und stattdessen wieder zu einer ökonomisch sinnvollen Energiepolitik überzugehen. Oder mit anderen Worten, man soll alles so belassen, wie es ist, denn das sei am billigsten (für ihre Klientel). weiterlesen

Deutschland: Münchner Polizei kommt in der Neuzeit an

Polizei i3. Willkommen in der Neuzeit! Bild: ecomento/BMW

Die Frage stellte sich vielen schon lange, warum Deutschlands Streifenwagen nicht elektrisch betrieben werden. Zumindest ein Großteil sind von ihrer Verwendung her wie dafür geschaffen – zwischen den Fahrten könnten diese immer wieder an die Ladestationen.

Münchens Polizei geht diesen Weg und kommt zumindest in Sachen der Mobilität in der Neuzeit an: Null Emissionen – geht es noch vorbildlicher, wenn die PolizeibeamtenInnen so vorfahren? Als Ergänzung zum bisher üblichen Fuhrpark kommen BMWs kompakte Elektrofahrzeuge ›i3‹, die mit Schnellladestationen in 30 Minuten wieder voll aufgeladen werden können, neben den üblichen Verbrennern der BMW 3er und 5er Reihe, sowie dem BMW X3, der in alpinen und schneereichen Regionen Verwendung findet, von der Bayerischen Polizei als Einsatzfahrzeuge zum Einsatz. weiterlesen

18 Millionen Hektar Wald gingen allein 2014 weltweit verloren

buchenwaldTrotz optimistischer Berichte von politischen Gipfeltreffen nimmt die Waldfläche der Erde nach wie vor rasant ab.

18 Millionen Hektar ist eine Fläche so groß wie die Fläche der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen zusammen. Von den 18 Millionen Hektar gingen in den ganz besonders für das Erdklima wertvollen, tropischen Wälder fast 10 Millionen Hektar Wald verloren – das ist die Fläche der Südbundesländer Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Dies ist die traurige Bilanz eines einzelnen Jahres.

Dies ist auch die Bilanz der marktwirtschaftlichen, kapitalistischer Wirtschaftsweise, bei der es vordergründig um schnellen Kapitalgewinn geht – Nachhaltigkeit ist nahezu bedeutungslos, beziehungsweise kann den Unternehmen nur mit großem Aufwand abgetrotzt werden: »Trotz einer hohen Sensibilität bei der deutschen Bevölkerung in Bezug auf Wald, kommen nach wie vor viele Holz- und Papierprodukte ohne Zertifikat oder lediglich mit Eigenzertifikaten der Industrie auf den Markt. Die Ignoranz des Marktes gegenüber unkontrollierten Hölzern ist nach wie vor groß. Eigenzertifikate von Industrie und Waldbesitzern schaffen keinen Mehrwert für Verbraucher. In der Kombination schadet der Wettbewerb dieser nicht kontrollierten Hölzer vor allem dem Wald und den darin lebenden Menschen und Tieren. Wir brauchen für die Wälder dieser Welt verlässliche Mindeststandards und Regelungen, die am Markt dann auch gefördert werden.« legt FSC Deutschland Geschäftsführer Dr. Uwe Sayer dar. weiterlesen

Klimaschutz erzwingen

Thomas Pogge, Philosophie-Professor der Yale-Universiät. Bild: Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Das marktwirtschaftliche System versagt. Die aus den ökonomischen Grundlagen entspringende Gesellschaft mit samt der ihr innewohnenden politischen Kultur ebenso. Regierungen sind nicht in der Lage die entsprechenden Verordnungen und Gesetzte zu verabschieden, um den Treibhausgasausstoß so zu senken, dass die Erde ein lebenswerter Ort auch für die nachfolgenden Generationen bleibt – kurzfristige und egoistische Sichtweisen bestimmen das Handeln. Der nächste Schritt wird eine Zeit der Justiz sein, die Klimaschutz über Menschenrechte, Völkerrecht, Umweltrecht sowie Schadens- und Privatrecht einklagen wird.  

Bereits im Juni haben Umweltschützer in den Niederlanden eine denkwürdige Entscheidung erfochten: Ein Gericht verpflichtete die niederländische Regierung dazu, verbindliche Maßnahmen für mehr Klimaschutz zu ergreifen. Eingereicht hatte die Klage die niederländische Umweltschutzgruppe Urgenda mit dem Ziel auf juristischem Wege das zu erreichen, was allein auf vernunftmotiviertem Wege in den Niederlanden (und nicht nur dort) nicht bewerkstelligt werden kann – eine ausreichende Reduzierung der Emission von Treibhausgasen. Bislang war der Plan in den Niederlanden die Emissionen bis 2020 um lediglich 17 Prozent zum Vergleichsjahr 1990 zu verringern – das ist eindeutig zu wenig. Das Urteil: Die Regierung der Niederlande muss den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2020 um mindestens 25 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringern. »Das Ausmaß des Klimawandels mache einen solchen Schritt nötig«, verkündete Richter Hans Hofhuis in Den Haag. »Der Staat müsse mehr tun, um die durch die Erderwärmung drohenden Gefahren abzuwenden und habe die Pflicht, die Umwelt zu schützen. Die Kosten für eine Reduzierung der Treibhausgase seien nicht unzumutbar hoch«, erklärte das Gericht. Die Klage fußte auf dem Vorwurf der Kläger, dass durch die Untätigkeit des Staates beim Kampf gegen die Erderwärmung die Kläger (und der Rest der Menschheit) in ihren Menschenrechten verletzt werden. Dieser Argumentation folgte das Gericht, denn dem Urteil zu Grunde legten die Richter die sogenannten Oslo-Grundsätze, die von einer Gruppe Juristen und dem Philosophen Thomas Pogge erarbeitet wurden. Der Leiter des Climate Action Network (CAN) in Europa, Wendel Trio, wertete das Urteil als einen Meilenstein: »Wir hoffen, dass dieses Vorgehen weltweit Nachahmer findet.« weiterlesen

Deutschland: Der Etikettenschwindel des Klima-Primus. Eine Analyse.

Deutschland ist entgegen der eigenen Darstellung bedauerlicherweise ein Negativbild im Engagement gegen den Klimawandel. Eine positive Charakterisierung von Bundeskanzlerin Merkel als »Klimakanzlerin« erweist sich als Etikettenschwindel.

90 Prozent der schädlichen CO2-Emissionen muss die Welt bis 2050 einsparen und gleichzeitig überschüssiges CO2 aus der Atmosphäre entfernen, wenn der Klimawandel und die sich daraus entwickelnden Katastrophen begrenzt werden sollen. In diesem Ziel sind sich die UN-Klimaexperten einig und so haben die europäischen Regierungen kürzlich beschlossen, bis zum Jahr 2030 insgesamt 40 Prozent Treibhausgas-Minderung zu erreichen. Die deutsche Bundesregierung hat darüber hinaus das selbst gesteckte Ziel, den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bekräftigt. Diese vollmundige Ansage ist die Grundlage der deutschen »Klimavorreiter-Münchauseniade«. Dies ist keine Meinung, sondern das zeigen die Zahlen des Umweltbundesamtes auf (siehe Grafik):

Zum Vergrößern bitte anklicken! (Öffnet in neuem Fenster)

Aus diesen Zahlen entnehmen wir zunächst einmal, dass in den verstrichenen 25 Jahren von den anvisierten 40 Prozent immerhin schon 27 Prozent geschafft sind – für die fehlenden 13 Prozent blieben noch 5 Jahre Zeit. Das sieht zwar sportlich aus, aber mit ein bisschen Glück könnte dies vielleicht doch zumindest annähernd geschafft werden – so erscheint es zumindest.

Wenn man aber genauer hinsieht, dann wird deutlich, das Deutschland die anvisierten 40 Prozent definitiv nicht erreichen kann und wird.

Warum ist das so? Beim Betrachten der Kurve fällt auf, dass die größte Reduktion der Treibhausgasemissionen in den Jahren von 1990 bis 1995 erzielt wurde – insgesamt fast 11 Prozent der bisherigen 27 Prozent – das sind satte 40 Prozent der bisher gesamt erzielten Reduktion, und das in nur 5 Jahren. Leider aber beruhte dieser Fortschritt nicht etwa auf Energieeinsparungen in den alten Bundesländern – im Gegenteil, in den alten Bundesländers legten die Treibhausgasemissionen in diesen Jahren sogar noch zu – sondern resultierte hauptsächlich auf dem wirtschaftlichen Umbruch in den neuen Bundesländern, indem dort alte und marode, schwerst CO2-lastige Industrien und andere Bereiche reihenweise ausgemustert wurden. Nach 5 Jahren war dieser Effekt dann bereits verpufft. weiterlesen

So gravierend ist der weltweite CO2-Ausstoß

Herbst und Winter stehen vor der Tür und die Menge der CO2-Emissionen nimmt durch die zu diesen Jahreszeiten steigende Energienachfrage und der Heizperiode stetig zu. Gleichzeitig verlieren die Bäume und Büsche ihr Laub und können so kein CO2 mehr aus der Atmosphäre binden. Was das für den Globus bedeutet, zeigt ein spektakuläres und gleichzeitig erschreckendes, ultra-hochauflösendes NASA Computermodell, welches ein ganzes Jahr im Zeitraffer zeigt.

Die Simulation zeigt auch die Unterschiede in der Kohlendioxid-Konzentration in den nördlichen und südlichen Hemisphäre und die deutlichen Schwankungen der globalen Kohlendioxid-Konzentrationen zum Wachstumszyklus der Pflanzen und Bäume im Wechsel der Jahreszeiten. Das verwendete Jahr ist das Jahr 2006 – das aktuelle Ausmaß dürfte durch die weiter angestiegenen Emissionen allerdings noch gravierender sein.

Weiterführende Informationen zur Simulation direkt auf der NASA-Website.

Vorbereitungsgespräche für Vertragsverhandlungen: Ernüchternde Ergebnisse

UN-Klimakonferenz (hier in Lima 2014). Foto: Daniel Malpica / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Sie bekommen es wieder nicht hin. Bei den Vorbereitungsgesprächen in dieser Woche in Bonn für die Vertragsverhandlungen zum neuen Weltklimavertrag erzielten die Unterhändler nur in einigen, wenigen Detailfragen kleinere Fortschritte. Symptomatisch für das bisherige Versagen ist, dass auch jetzt lediglich Fortschritte darin erzielt wurden, Anpassungsstrategien an die Auswirkungen des Klimawandels zu erläutern und zudem zu definieren, wie Schäden des Klimawandels kompensiert werden können, anstatt sich darauf zu konzentrieren, den Klimawandel selbst aufzuhalten. Dann aber müsste man ans Eingemachte gehen.

Es wird taktiert wie eh und je. Niemand will einen Schritt nach vorne machen, weil dadurch der andere eventuell einen kurzfristigen Wettbewerbsvorteil erhaschen kann. Es ist das selbe, gleichförmige Trauerspiel, welches bereits seit 20 Jahren die notwendigen, beherzten Schritte verhindert. Die Wissenschaft warnt inzwischen zwar immer eindringlicher, dass uns die Zeit davon läuft, in der wir den Klimawandel vielleicht noch begrenzen könnten – erste unumkehrbare Kipppunkte des Klimasystems, die den Klimawandel unaufhaltsam verstärken, sind bereits überschritten, die nächsten stehen kurz bevor – dennoch bekommen es unsere politischen und wirtschaftlichen »Eliten« nicht hin sich von ihren kurzfristigen Gedankenkonstrukten zu lösen und endlich angemessen zu handeln. weiterlesen

Deutschland: Es ist geschafft – Alle Städte Deutschlands erfüllen den Standard »Luftkurort«

Erfüllten seit 2016 den Straftatbestand der Körperverletzung: Autos mit Verbrennungsmotor

2025 ist ein Jahr der Freude für alle Menschen in Deutschland – neun Jahre nach dem spektakulären Urteil in der letzten Instanz des höchsten deutschen Gerichts ist es heute auch der letzten Stadt in Deutschland gelungen den Standard »Luftkurort« zu erreichen. Durch den Betrieb elektrisch betriebener Fahrzeuge sind in Deutschlands Städten keine Feinstaubbelastungen, keine Umweltgifte wie krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Benzole, Ruß und die noch gefährlicheren Schwermetalle mehr messbar. Darüber hinaus sind die Städte wieder so leise geworden, dass auch die durch die damaligen Lärmemissionen verdrängte Vogel- und Tierwelt wieder in die Städte zurückfanden. Die Städte haben sich zu Oasen gewandelt und die Menschen im Lande atmen auf.

Rückschau: Nachdem vor 9 Jahren, im Juli 2016, die Sammelklage verschiedener Umweltorganisationen nach starker Gegenwehr der deutschen Automobilindustrie vor dem höchsten deutschen Gericht bestätigt wurde und es damit als festgestellt galt, dass das Betreiben von Verbrennungsmotoren den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllt, waren die Tage dieser Fahrzeugtypen, die letztlich auf Technik des 19. Jahrhunderts basierten, gezählt. Das oberste Gericht sah es als erwiesen an, dass das Benutzen solcher Motoren in der Öffentlichkeit den § 223 StGB Absatz 1 »Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft« und ebenfalls Absatz 2 »Der Versuch ist strafbar« voll erfüllt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damals damit, dass die Definition, wie eine solche strafbare Gesundheitsschädigung erfolgen müsste, nämlich beispielsweise durch Verunreinigungen von Wasser oder Luft durch Giftstoffe oder durch Beibringen eines gesundheitsschädlichen Stoffes, eindeutig erfüllt sind. Gleichzeitig waren ebenso keine Ausnahmen für Verbrennungsmotoren im Gesetz beschrieben und somit gab es für das Gericht seinerzeit nur dieses eine mögliche Urteil. weiterlesen

USA: US-Präsident Obamas letzter, großer Kampf?

US-Prsident Obama bei einer Ansprache. Credits: Gabbec / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

US-Präsident Obamas Engagement für ein entschlossenes Handeln gegen den menschengemachten Klimawandel nimmt zu. Schon vor seiner Abreise in den nördlichsten Bundesstaat der USA, Alaska, den er als erster amtierender US-Präsident besucht, hatte Obama gesagt, dass der Kampf gegen die Erderwärmung für ihn oberste Priorität habe.

Eindringlich warnte er vor den Folgen des Klimawandels und forderte mehr internationale Zusammenarbeit, um die Erde zu retten. Der UN-Klimagipfel im Dezember in Paris müsse ein Erfolg werden, sagte Obama. Dabei solle erstmals allen Ländern der Welt die Verpflichtung auferlegt werden, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu senken – nur leider ist ja dies genau nicht in Paris geplant. Paris wird lediglich nur nicht-verpflichtende, jederzeit widerrufbare Beiträge aller Staaten bringen – so ist es in den Statuten festgelegt.

Obama bleibt dennoch unbeirrt und mahnt eindringlich: »Dieses Jahr muss das Jahr sein, in dem die Welt endlich ein Abkommen erzielt, um den einen Planeten zu schützen, den wir haben, so lange wir das noch können«. »In der Arktis«, so Obama weiter, »seien die Folgen der Erderwärmung bereits zu spüren. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Ortschaften drohen zu versinken. Mittlerweile haben Wissenschaftler festgestellt, dass selbst in der Tundra mit ihrem Permafrostboden Feuer ausbrechen. Szenarien wie diese drohten auch Regionen außerhalb der Arktis. Ganze Städte könnten vernichtet werden. Der Klimawandel geschieht hier, er geschieht jetzt. Menschliche Aktivität zerstört das Klima schneller als wir dachten!« Man wisse, »dass menschlicher Erfindungsreichtum etwas dagegen tun kann, aber die Menschheit handle bislang nicht schnell genug«, resümierte Obama. weiterlesen

Solar: 100-Faches Niveau im Vergleich zum Jahr 2000

Weltweit installierte PV-Kapazitäten von 1996 bis 2014

Im Jahre 2014 erreichte die weltweit produzierte Menge an Solarstrom einen Rekord: Heute wird das Hundertfache des Niveaus des Jahres 2000 an Solarstrom produziert.

Allein 2014 wurden rund 40 Gigawatt neu installiert, was die gesamte installierte Solarkapazität weltweit auf 178 Gigawatt brachte. China lag mit 10,6 GW an der Spitze, gefolgt von Japan (9,7 GW) und der USA mit 6,5 GW.

Im Jahre 2014 erzeugten erneuerbare Energiequellen in Europa zum ersten Mal mehr Elektrizität, als die Atomkraftwerke. Dieses Verhältnis wird in Europa zudem deutlich zunehmen. Nach der jüngsten Ausgabe des »BP Energy Outlook« werden die erneuerbaren Energiequellen (ohne Wasserkraft) die Atomstromproduktion in den frühen 2020er Jahren auch global überholen. weiterlesen

Deutschland: In Kiel wird der Verein für Bürger-Energie gegründet

Blick auf die Kieler Förde. Kieler gründen Verein für Bürger-Energie

Die Energiewende ist in Deutschland beschlossene Sache, doch der Weg zur Umsetzung der Klimaschutzziele ist holprig – zu holprig finden viele Kieler Bürger. Sie wollen die Energiewende deshalb auch in die eigenen Hände nehmen und dezentral Energie aus erneuerbaren Quellen, wie Wind- und Sonnenenergie, erzeugen und Energieprojekte auf genossenschaftlicher Basis anregen.

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Deutschland: Stadt Hanaus beispielhafter PV-Weg

Nicht nur Stromlieferant, sondern auch schön: PV-Dächer. (Beispielbild)

Städte und Gemeinden können mit ihren eigenen Immobilien viel für die Energiewende tun – leider geschieht dies noch deutlich zu wenig. Die etwa 90.000 Einwohner zählende Brüder-Grimm-Stadt Hanau zeigt, wie es geht.

Hanaus vorbildlicher Beitrag für Klimaschutz und Energiewende geht in die nächste Runde. Nachdem alle Schulen und eine Sporthalle mit Photovoltaik-Anlagen (PV) ausgerüstet worden sind, stehen als nächstes die Kita-Dächer im Zentrum der Planungen. Zwei Kitas sollen sich künftig selbst mit Strom vom Dach versorgen. Hanaus Bau- und Umweltdezernent Andreas Kowol freut sich über die rasante Entwicklung der eigenen  Solarstrom-Erzeugung, welche gerade im diesem sonnenreichen Sommer für viel Ertrag sorgte. weiterlesen

Deutschland: 84 Prozent des Stroms aus Erneuerbareren

Teil der Erneuerbaren – Windkraft.

Nachdem am 9. Juli Dänemark einen beachtlichen Rekord verzeichnen konnte, indem an diesem Tag in Dänemark allein durch die Windkraft 140 Prozent des eigenen Strombedarfs gedeckt werden konnte, gab es auch in Deutschland einen beachtlichen Rekord: Am Sonntag, den 23. August wurden 84 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland durch erneuerbare Energien abgedeckt.

Der Spitzenwert war um 13:00 Uhr erreicht, mit einer nachgefragten Strommenge von rund 59.000 Megawatt. Dies ist für Deutschland zwar ein relativ niedriger Wert, weil an einem Sonntag deutlich weniger Gewerbe- und Industrieanlagen Stom benötigen, aber dennoch ist dieses Ergebnis erwähnenswert. Im Juli hat es darüber hinaus aufgrund der günstigen Wetterlage mit vielen Sonnenstunden ähnliche Spitzenwerte bei der Solarstrom-Erzeugung gegeben: Der Rekord dieses Jahres wurde im Frühling, am 21. April erzielt, als 25.826 Megawatt Leistung erreicht wurden. Am letzten Sonntag, den 23. August betrug der Beitrag der Solarenergie laut Daten von Agora Energiewende 24.334 Megawatt. weiterlesen

20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen

Noam Chomsky. Credits: Duncan Rawlinson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

»Die Staatengemeinschaft rede seit 20 Jahren diplomatisch über den Klimawandel und habe somit Zeit gehabt, die Transformation anzuschieben.«

Es tut sich zu wenig, obwohl die Aussagen der ernst zu nehmenden Wissenschaft eindeutig sind und jeden Tag neue Meldungen hinzukommen. Der menschengemachte Klimawandel ist in vollem Gange. Der Club of Rome, der wohl bedeutendste »Think Tank« der Erde, prognostizierte bereits 2012: »Die menschengemachte Freisetzung von Treibhausgasen wird noch bis 2030 steigen und erst dann zurückgehen – dies sei allerdings 15 Jahre zu spät, um noch zu verhindern, dass sich die mittlere Erdtemperatur nach 2052 um mehr als zwei Grad erhöhe.« Eine Katastrophe für die Menschheit und Club of Rome-Klimaforscher Jorgen Randers machte deutlich: »Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie ihre Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetzt.«

Dennoch lamentiert das wirtschaftlich-politische System bis heute über Kosten hier und da und kann sich nicht dazu entschließen das anzupacken, was angepackt werden muss. Dabei haben wir die Technologie und auch die Ressourcen, um das Projekt »Weltrettung« innerhalb kürzester Zeit zu den Akten legen zu können. Stattdessen wird aufgrund kurzsichtiger Profitsucht mit dem höchst denkbaren Einsatz gespielt, den man sich vorstellen kann – der allgemeinen Lebensgrundlage, dem Ökosystem Erde. Sind die warnenden Worte Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith schon vergessen? »In unserem Jahrhundert hat die Menschheit die Möglichkeit, ihre eigene Lebensgrundlage zu vernichten.« weiterlesen

Kontroverse in der Windkraft?

Schön und ungeheuer kraftvoll – Windpark auf Fehmarn.

Die Kontroverse im Bereich der Windenergie kocht weiterhin hoch. Mit Blick in den aktuellen Pressespiegel könnte man den Eindruck gewinnen, dass eine zunehmende Anzahl der Bürgerinnen und Bürger Windkraft ablehnt. Das Thema ist zu wichtig, um an dieser Stelle einfach pro-contra – Mehrheiten auszuloten, denn dies führt nicht zum Ziel – große Veränderungen sollten in einem breit möglichen Konsens erfolgen, wenn er fruchtbar und nachhaltig sein soll.

Das die Energiewende unabdingbar ist, ist Konsens der Wissenschaft. Das ist im Prinzip auch denen klar, die Windkraftprojekte ablehnen, denn von den Finten der Klimaleugner-Szene lassen sich heute nur noch die wenigsten beeindrucken. Wieso trifft Windkraft, als eines der Standbeine des Energiemixes der Energiewende, dennoch auf Ablehnung? Zwei Hauptgründe: weiterlesen

Kommentar zur Studie des Institus der deutschen Wirtschaft (IW): Energiewende kostet die Verbraucher 28 Milliarden Euro

Haus der Propaganda – Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

von Klimus

Immer wenn Interessengruppen etwas erreichen wollen, wird das Spiel mit der Angst gespielt. Aktuell beginnt das von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanzierte ›Institut der deutschen Wirtschaft‹ (IW) eine neue Runde. Das Ziel: Die Energiewende verzögern, am liebsten verhindern, denn wenn es nach den Energieunternehmen und vieler Unternehmen ginge, dann würden sie einfach so weitermachen wie bisher.

Laut einer gestern veröffentlichten Studie des IW, welches auch für das neoliberale Think Tank ›Initiative neue soziale Marktwirtschaft‹ (INSM) tätig ist, solle die Energiewende den StromkundInnen 28 Milliarden Euro kosten und einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde dann nach dieser Rechnung circa 270 Euro im Jahr für die Umsetzung der Energiewende zahlen. Das sollte die schockierede Nachricht sein. weiterlesen

Mobilitätsforscher wollen Innenstädte attraktiver für RadfahrerInnen machen

Da geht fast alles mit – CO2-Emissions- und abgasfrei: Das Fahrrad.

Kein Öl, keine CO2-Emissionen, keine krankmachenden Auspuffgase, kein Lärm – Radfahren ist zweifellos die optimalste Fortbewegungsvariante für das Klima und die allgemeine Gesundheit. Wer also wirklich etwas gegen die anstehende Klimakatastrophe tun will, sollte sich so oft es geht in den Sattel schwingen. Und nicht nur das – »das Klima« mag manchmal weit weg erscheinen, aber die Vorteile, die das Radfahren noch mit sich bringen, sind es definitiv nicht.

Zum einen ist in der Stadt Radfahren mitunter die optimalste Bewegungsform – Verkehrs- und Zeittechnisch gesehen. Das ist schon mal schön. Aber richtig fulminant wird es, wenn man das Augenmerk darauf richtet, was Radfahren noch mit sich bringt: RadfahrerInnen bekommen eine wahre Sauerstoffdusche für Zellen und Gehirn, Herz-Kreislauf-Störungen wird präventiv vorgebeugt – das Risiko einer solchen Erkrankung wird um das 20-Fache gesenkt, der Fettstoffwechsel wird angeregt. Es hilft die Gelenkgesundheit zu erhalten, da durch die gleichmäßige Bewegung die Knorpel mit Sauerstoff versorgt werden, das Krebsrisiko wird gesenkt – bei Frauen senkt sich das Brustkrebsrisiko um 34 Prozent, die psychischen Funktionen und die allgemeine Leistungsfähigkeit wird gestärkt, es hilft präventiv gegen Rückenleiden und ganz allgemein leben Radfahrer länger –  sie weisen eine 40 Prozent niedrigere Sterberate auf, als nicht Radfahrer. weiterlesen

Elektromobilität schützt nicht nur das Klima maßgeblich

Vollkommende, lokale Emissionsfreiheit: Weder CO2, noch krankmachende Abgase, noch der ewig nervende Lärm. Technik die wirklich begeistert – das Elektroauto! Bild: Clément Bucco-Lechat / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Natürlich ist ein Elektroauto schon heute umwelt- und klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – tendenziell sowieso.

Die Elektromobilität fördert die Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen und sie wird von Tag zu Tag klimafreundlicher, da der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix kontinuierlich steigt, der Materialeinsatz bei der Batterieherstellung stetig abnimmt, die ständige Verbesserung der Stromspeicher eine höhere Energiedichte ermöglicht und damit derelektrochemische Speicher weniger Gewicht mit sich bringt, und zu allerletzt der Anteil der Privathaushalte mit Elektrofahrzeug steigt, die ihre Stromspeicher mit der eigenen Solaranlage laden.

Und die Entwicklung dieser Zukunftstechnik geht zudem rasant voran. Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) hat mit einer eher konservativen Annahme festgestellt, dass selbst mit dieser vorsichtigen Berechnung die CO2-Emissionen bei der Batterieproduktion bis 2020 auf die Hälfte und bis 2030 auf ein Drittel des heutigen Wertes sinken werden. Gleichfalls sind Batterien genau wie Abermillionen von Smartphone- und Notebookakkus im verschlossenen Zustand vollkommen ungefährlich und sicher. weiterlesen

Deutschland: Und es ginge doch

Energiewende geschafft!

Wenn man es denn wirklich wollte. Die bayrische Gemeinde Wolferstadt (Landkreis Donau-Ries) macht es vor, sie hat die Energiewende bereits vollzogen. Eine kurze Bestandsaufnahme, die motivieren soll.

Bei der Stromerzeugung produzieren die Wolferstädter auf regenerative Weise mit rund 180 Photovoltaik-, Biogas- und Hackschnitzelanlagen insgesamt über 13100 Megawattstunden Strom. Das ist ein Vielfaches, was die Gemeinde mit ihren etwa 1100 Einwohnern verbraucht – der Strombedarf der Gemeinde liegt bei nur knapp 2300 Megawattstunden. weiterlesen

Schweiz: Bundesrats-Limousinen sollen elektrisch betrieben werden

Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard fährt Tesla. Bild: Twitter/@Uvek

Bisher fährt von den schweizer Bundesräten nur Doris Leuthard elektrisch. Geht es nach Bea Heim, soll sich dies ändern.

Die Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard fährt seit Ende 2014 einen Tesla S 85 als Dienstwagen und ist rundewg begeistert. In einem kürzlich erschienenen Interview bilanzierte sie, dass sie bisher keine Kompromisse habe eingehen müssen und bereits tonnenweise CO2 eingespart habe. Auch der Chauffeur sei begeistert, so Doris Leuthard.

Beim Schweizer Bund sind weitere 20 Limousinen im Einsatz, welchen jährlich rund 250.000 bis 300.000 Kilometer zurücklegen. Der komplette Fahrzeugpark ist aber noch viel grösser, denn allein das Verteidigungsdepartment (VBS) besitzt 1800 Personenwagen für den Transport von militärischem Berufspersonal. Rund 860 Autos hat auch das Finanzdepartement, vor allem für die Zollverwaltung. Darunter sind nur acht elektrobetriebene Autos – die staatlichen Vertreter, beziehungsweise Organe werden in Benzin- oder Dieselfahrzeugen, nicht selten mit Allradantrieb durch die Gegend kutschiert: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann haben einen Audi A8 L Quattro als Dienstwagen, die Kollegen setzen auf die Mercedes S-Klasse. weiterlesen

Elektro-Mobilität? Alles Märchen.

Diese ARD-Dokumentation legt eindrucksvoll dar, wie Politik und Industrie gemeinsam die CO2-Vorgaben aus Brüssel aushebeln und damit unverblümt zeigen, dass sie kein Interesse daran haben, die E-Mobilität voranzubringen.

Diese Dokumentation ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man einen komplexen Sachverhalt kritisch analysiert, ohne sich in Details zu verstricken. Katharina Adami und Josef Streule haben in der Praxis getestet, was in der Theorie so gut klingt: Wo steht Deutschland in Sachen Elektromobilität im internationalen Vergleich, sind die Autos überhaupt alltagstauglich, und wie sieht es mit dem anscheinend sagenhaft niedrigen Verbrauch der Hybridfahrzeuge aus? Deutschland ist im Bereich E-Mobilität ein echtes Entwicklungsland – auch was die Infrastruktur der Ladestationen angeht.

Der Titel nimmt das Fazit vorweg: alles Märchen. Bewusst herbeigeführt, geschönt mit ausschweifenden Floskeln. E-Autos werden bewusst teurer abgeboten, obwohl sie in der Herstellung günstiger sind – das Statement von Julian Weber, Leiter E-Mobilität BMW AG, dazu ab Minute 11 wirkt schon etwas deplatziert arrogant.

Die deutsche Automobilindustrie kassiert Millionen Subventionen an Steuergeldern für die Entwicklung von E-Fahrzeugen, obwohl sie Milliaden Gewinne einfahren. Sie rechnen mit unglaublichen Tricks ihre Normverbräuche und CO2-Vorgaben der Flotte schön – Abweichungen von 100 Prozent offenbaren die Alltags-Praxistests, und das ganz legal! Steinzeitliche Dickschiffe, wie SUVs werden mit Hybridmotor ausgerüstet – das mag gut für das Umweltbewusstsein des Steinzeitlichen-SUV-Fahrers sein, aber im E-Betrieb reicht die Energie ganze 31 Kilometer.

Die Liste der in dieser Dokumentation anschaulich vorgeführten Absurditäten scheint schier endlos. Sehenswert!

(Quellenhinweis: Video extern von YouTube eingebettet.)

Dokumentation: »Die story im Ersten: Das Märchen von der Elektro-Mobilität« Sendetermin TV: Montag, 10.8., ARD, 23.15 Uhr

Extreme Hitze nimmt weltweit stark zu

In seinem heute veröffentlichtem Beitrag »Extrem heiß!« beschreibt der deutsche Klimatologe Stefan Rahmstorf vom PIK in Potsdam, dass die extreme Hitze weltweit stark zunimmt. Die Auswertung der Messdaten zeigt, dass es von 1950-1980 in jedem Monat typischerweise auf 1 bis 3 % der Landfläche sehr heiß war – inzwischen trifft dies auf 10 bis 20 % der Landfläche zu.

Prozentsatz der globalen Landfläche, auf der die Monatstemperaturen eine, zwei oder drei Standardabweichungen über dem örtlichen klimatischen Mittelwert 1950-1980 lagen. Zwei Standardabweichungen (orange) könnte man als „sehr heiß“ bezeichnen, drei Standardabweichungen (dunkelrot) als „extrem heiß“. Quelle: Coumou and Robinson 2013, entnommen von www.scilogs.de

Europa erlebt in diesem Jahr bereits die zweite große Hitzewelle dieses Sommers. Am 5. Juli wurde eine in Deutschland nie zuvor gemessene Temperatur erreicht: 40,3 °C in Kitzingen. Bereits am 7. August wurde dieser Jahrhundertrekord erneut eingestellt. Einzelne Hitzewellen gab es in der Vergangenheit immer und diese Ereignisse werden von KlimawandelleugnerInnen gezielt herausgepickt, um damit den wissenschaftlichen Konsens über die globale Klimaerwärmung in Frage zu stellen, betrachtet man jedoch die Temperaturdaten in ihrer Gesamtheit wird schnell klar und es erscheint unstrittig, dass extreme Hitze seit Jahrzehnten systematisch und stark zunimmt. Danach war es extrem heiß bis 1980 fast nie, inzwischen aber herrschen ständig auf einigen Prozent der Landfläche solche außergewöhnlichen Bedingungen. weiterlesen

Deutschland: Energiewende ohne Kohleausstieg?

Die von den G7-Staaten beim Gipfel in Elmau beschlossene und weltweit erleichtert aufgenommene Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe dieses Jahrhunderts soll nun ohne den Ausstieg aus der Kohle oder anderen fossilen Energieträgern auskommen. Wie das gehen soll? Mit Luftschlösschen, gezielten Ausblenden von Realitäten und Augenwischerei – ganz vorn mit dabei, die deutsche Bundesregierung.

bundesregierung

Bundesregierung. Bild: Tobias Koch / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Seit Jahrzehnten genießt Deutschland den Ruf des Klima-Primus – leider unverdient. Denn die vorzuweisende Reduktion von Treibhausgasen nach 1990 als Startmarke wurden großteils durch die Abschaltung der maroden ostdeutschen Braunkohlekraft und der veralteten und CO2-intensiven Ost-Wirtschaft geschafften und nicht etwa durch bedeutende, strukturelle Maßnahmen zur allgemeinen Reduktion von Energie der »Realwirtschaft«, beziehungsweise den vollzogenen Energiewendebemühungen, wie es immer gern dargestellt wird. weiterlesen

Fläche machen – Stadtwerke Bochum weisen in die Zukunft

Photovoltaikanlage auf Privatdach.

Stadtwerke Bochum treten beim Solarstrom in Vorleistung – der Kunde profitiert. Eine glänzende Idee, die nur Gewinner kennt.

Aktiv etwas gegen den Klimawandel tun wollen inzwischen viele, aber nicht selten hapert es am Eigenkapital. Die Stadtwerke Bochum bieten ihren Kunden jetzt die Möglichkeit, ohne Eigenkapital eine Photovoltaikanlage auf ihrem Haus zu errichten und dieses Unterfangen senkt zudem dauerhaft die Stromkosten. Das von den Stadtwerken benannte „Rundum-Sorglos-Paket“ gibt der Energiewende einen weiteren Schub. weiterlesen

Windkraft im Wald

Windkraft im Wald?

Es wird durch eine Umfrage gegen »Windkraft im Wald« Stimmung gemacht. Wie fast immer bleibt dabei die Sachlichkeit auf der Strecke, vor allem dann, wenn der Auftraggeber dieser Umfrage die Deutsche Wildtier Stiftung mit dem Alleinvorstand Fritz Fritz Vahrenholt ist. Dieser hat sich als Klimaskeptiker einen »Namen« gemacht.

Ein Beitrag von Diethard Rolink, Redaktion top agrar

Der abgetrennte Kopf eines Greifvogels. Ein besseres Motiv hätte die Deutsche Wildtierstiftung für ihre Pressemeldung nicht wählen können. Zusammen mit der Überschrift „Emnid-Umfrage belegt: 79 % der Befragten lehnen Windkraft im Wald ab“ ist die Botschaft auch ohne Lesen des Textes klar: Die meisten Deutschen wollen die „Tier-Schredder“ nicht und das kann ihnen auch keiner verübeln.

Übel nehmen könnte man der Deutschen Wildtierstiftung allerdings die Art und Weise, wie sie die fragwürdigen Ergebnisse für einen Rund-Um-Schlag gegen den Ausbau der Windkraft benutzt. Die Meinungsforscher von Emnid haben im Auftrag der Stiftung die Teilnehmer an der Umfrage unter anderem mit der Aussage konfrontiert: „Für den Ausbau der Windenergie sollten generell keine Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.“ Hand aufs Herz: Was hätten Sie geantwortet? Vermutlich „Ich stimme zu“. Wer ist schon dafür, dass Wälder abgeholzt oder durchschnitten werden und anschließend aussehen wie Labyrinthe in Maisfeldern? weiterlesen

Deutschlands Verkehrspolitik: Aus dem letzten Jahrtausend

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Nur eine von vielen Möglichkeiten außer dem Auto – der Bus. Credits: KMJ / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Der Verkehrsforscher Andreas Knie, Professor am Wissenschaftszentrum Berlin, wurde zu den Verkehrs-Zukunftsperspektiven der Bundesregierung befragt. Sein Fazit ist ernüchternd: Ob die Bundesregierung im Verkehrsbereich genug für den Klimaschutz getan hat, kann man nicht wirklich beantworten. Denn die Regierung hat noch gar nichts unternommen.

Keine Ideen, keine Phantasien, nur kleinteiliges Verwalten, und auch das ist noch miserabel. Die Bundesregierung setzt weiter auf das private Auto mit Verbrenner mit der Familie Vater, Mutter, Kinder, mitten im grünen Garten. Die Bundesregierung ist in den 1970er und 1980er Jahren stehen geblieben. Die Menschen sind heute aber weiter und verfügen bereits jetzt über mehr Optionen als nur das eigene Diesel- oder Benzinauto. weiterlesen

Firmenchefs weiterhin im „Neandertal“

Groß, schwer, dick und meist dunkel. Wer hat die größte Keule? Der Neandertaler in der Neuzeit. Foto: Robert Basic / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

In Deutschland bewegt sich was in Richtung Vernunft und Nachhaltigkeit. Leider nicht überall, denn die teuren Plätze bleiben häufig unvernünftig und rückständig.

Während immer mehr Unternehmen bei der Anschaffung von Fahrzeugen für ihre MitarbeiterInnen auf niedrigen Spritverbrauch und Klimagasemissionen achten, können sich nur wenige FirmenchefInnen zu einer ähnlich vorbildlichen Handlungsweise durchringen. War im Neandertal der mit der größten Keule der ›Silberrücken‹ der Gruppe, so ist es heute im Imageverständnis vieler FirmenchefInnen der oder die mit dem größten und schwersten Dienstwagen. Dieses vor der Tatsache der drohenden Klimakatasthrophe hoffnungslos rückständige Steinzeitverhalten offenbart das Ergebnis der sechsten Dienstwagenabfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 194 börsennotierten und mittelständischen Unternehmen. Hier wurde nach dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß des Fahrzeugs des/der Vorsitzenden, der Vorstandsflotte und der Unternehmensflotte gefragt und es sollten Angaben zu ihrer Mobilitätsstrategie gemacht werden. Grundlage für die Bewertung ist eine Punkteskala in vier Kategorien, an Hand derer grüne, gelbe oder rote Karten vergeben werden. weiterlesen

Frankreich: Windenernergie kommt voran – 237 MW am Netz

Windpark Germinon. Credits: François Goglins / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Bisher bezieht Frankreich drei Viertel seines Strombedarfs aus der Kernenergie, nur 2,5% aus Windkraft – das soll sich ändern.

Insgesamt sind in der französischen Projektentwicklung bis heute eine Windkraftleistung von insgesamt 237 MW installiert. 20 neue Anlagen liefern 130 Millionen Kilowattstunden – das entspricht dem elektrischen Energieverbrauch von etwa 50.000 Menschen. Die Anlagen befinden sich in den Departements Aisne und Pas-de-Calais.

Frankreich will bis 2020 insgesamt 20.000 MW am Netz haben und bis 2030 will Frankreich 32% ihres Strombedarf aus der Windenergie beziehen. weiterlesen

Australiens Regierungschef Abbott: Klimawissenschaft ist Mist.

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Australiens Premierminister Tony Abbott. Credits: Department of Foreign Affairs and Trade website – www.dfat.gov.au

Nicht nur in den USA wissen Konservative stets mehr als die Wissenschaft. Australiens Regierungschef Abbott: »Kohle ist gut für die Menschheit. Klimawissenschaft ist Mist«.

Der ultrakonservative Premierminister hat Klimawissenschaften als »Mist« bezeichnet. Sein wichtigster Wirtschaftsberater – ein ehemaliger Manager der Deutschen Bank – glaubt, Klimaschutz sei »ein Instrument der Vereinten Nationen, um die Weltherrschaft zu erreichen.«

Seit ihrer Machtübernahme 2013 arbeitet die Regierung an allen Fronten daran, Klimaschutz zu unterwandern – so wird beispielsweise dem regierungseigenen Clean Energy Fund neue Investitionen in Windkraftanlagen untersagt und als einziges Land schaffte Australien eine erfolgreiche Emissionssteuer wieder ab. Abbott reduzierte die Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien und kürzte Subventionen. Der zuvor erfolgreiche Sektor ist nur mehr ein Schatten seiner selbst und die erneuerbaren zerbröckeln in Australien. So steht nun ein 1200 Megawatt-Windkraft-Projekt auf der Kippe. Mit insgesamt etwa 1700 Turbinen in etwa 70 Großanlagen gehörte Windkraft Ende des Jahres 2013 nach Wasserkraft zum zweitgrößten Sektor im Bereich erneuerbarer Energie in Australien. weiterlesen

Öffentliche Ladestation mit kostenlosem Solarstrom für Elektro-Autos und E-Bikes

Logo der Plant-for-the-Planet Initiative. Credits: Allamundo / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Erster Plus-Energie-Bahnhof Deutschlands bietet kostenlosen Solarstrom für Elektro-Autos und E-Bikes an

In Uffing am Staffelsee steht der erste Plus-Energie-Bahnhof Deutschlands. Der am 26. Juli eingeweihte »Blaue Bahnhof« ist Sitz der Kinder- und Jugendstiftung Plant-for-the-Planet und produziert mehr Energie, als die Nutzer verbrauchen. Den überschüssigen Solarstrom der Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 17,75 Kilowatt (kWp) speichert ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von 11. Kilowattstunden (kWh). Das Gebäude wird somit auch nachts mit Solarstrom versorgt.

Die überschüssige Energie reicht auch aus um Elektro-Autos und E-Bikes kostenlos mit Strom zu versorgen. Diese können demnächst über eine öffentliche Ladestation jederzeit kostenlos geladen werden.

Dieses Positiv-Beispiel wird in einigen Jahren Normalität sein, denn Sonne und Wind selbst kosten nichts.

Quelle: www.emobilserver.de

Indien: Verfünffachung des Ausbauziels für Solarstrom

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Narendra Modi, Prime Minister of India. Credits: Narendra Modi

Nachdem Indien noch einem Jahr mit der Meldung enttäuschte, daß der neue Ministerpräsident Narendra Modi im Bereich der Solarenergie nicht über die Ziele der Vorgängerregierung hinauszugehen wollte, hat die Regierung Modi nun einen kompletten Richtungswandel angekündigt: Im Rahmen der »National Solar Mission« hat die indische Regierung das Ausbauziel der PV-Kapazitäten bis zum Jahr 2022 auf 100.000 MW erhöht – das ist fünf mal mehr als das alte Ziel von 20.000 MW.

Dies ist ein anspruchsvolle Ansage, die in dem sonnenreichen Land aber nicht unrealistisch ist.

Realisiert wird der Ausbau wie folgt: 60.000 MW sollen durch PV-Großanlagen und die restlichen 40.000 MW sollen durch netzgekoppelte Dachanlagen im öffentlichen, gewerblichen und im privaten Bereich installiert werden.

Quelle: pv-magazine.de

Eisschilde schmelzen zehnmal schneller als angenommen

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Eisberg in der Diskobucht, Westgrönland. Credits: Michael Haferkamp / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Der Meeresspiegel könnte in den nächsten 50 Jahren um drei Meter steigen, zeigt die neueste Studie des renommierten Klimaforschers James Hansen.

Der Klimawissenschaftler James Hansen und 16 weitere Forscher schlagen Alarm. Die Eisschilde der Erde schmilzen zehnmal schneller als bislang angenommen, zeigt ihre Studie. Als Folge kommt demnach ein Teufelskreis in Gang. Das schmelzende Wasser verändert die Zirkulation der Ozeane, tiefere Ozeanregionen erwärmen sich und lassen Gletscher und Eisschilde von unten weiter schmelzen. Dadurch wird der Meeresspiegel in den nächsten 50 Jahren um mehr als drei Meter steigen. Das liegt deutlich über bisherigen Prognosen. weiterlesen

Windkraft in Hessen: CDU und FDP gegen Windkraft

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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der damalige Landesvorsitzende der Grünen Tarek Al-Wazir. Foto: Metroskop / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Im Landtag stimmt die Union für die Energiewende, in den Kommunen oft dagegen.

Anders als die Kollegen der FDP stimmte im hessischen Landtag die CDU für die Energiewende, vor Ort aber mobilisiert sie häufig gegen Windräder. In Eltville ist an diesem Widerspruch jetzt sogar die schwarz-grüne Koalition im Stadtparlament an diesem Widerspruch zerbrochen. Die FDP in Hessen hingegen ging anders vor: Ursprünglich hatte auch die FDP die Energiewende mitbeschlossen, im Landtagswahlkampf aber hat auch die FDP eine Wende um 180 Grad gemacht und sich gegen Windkraft positioniert. Windräder seien  ein »volkswirtschaftliches Desaster«. weiterlesen

Deutschland: Offshore Ausbau verläuft nach Plan – 1.765 Megawatt neu am Netz

Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland (Kapazität der OWEA mit Netzeinspeisung), Stand 30.06.2015. Grafik: www.offshore-stiftung.de

Im ersten Halbjahr 2015 gingen 422 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.765,3 Megawatt neu ans Netz. Auf See speisten damit zum 30. Juni 2015 insgesamt 668 Anlagen mit einer Leistung von 2.777,8 Megawatt Strom ein.

Mit diesen Offshore-Windenergieanlagen kann das System etwa drei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Zudem stehen 90 Anlagen mit einer Leistung von 380,7 Megawatt vor ihrem Netzanschluss und für 84 weitere Anlagen wurden bereits Fundamente errichtet. Für das Jahr 2015 wird somit insgesamt mit etwa 2.250 Megawatt an neuen Offshore-Windenergie-Kapazitäten am Netz gerechnet. In der deutschen Nord- und Ostsee werden zum Jahresende wie geplant Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.300 Megawatt am Netz sein. weiterlesen

Norwegen: Jeder dritte Neuwagen ein Elektroauto

Nissan LEAF an einer Ladestation. Bild: evgonetwork / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

In Norwegen ist jeder dritte neu zugelassene Neuwagen ein E-Auto.  Im ersten Quartal dieses Jahres waren ein Drittel der Neuzulassungen E-Pkw. Das ist mehr als irgendwo sonst auf der Welt und eine drastische Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 2014 hatten die Zulassungen von Fahrzeugen mit dem alternativen Antrieb im Jahresschnitt erst einen Anteil von 13 Prozent erreicht.

In Norwegen werden Elektroautos vom Staat mittels reduzierter Steuern subventioniert (ca. 6.200 EURO/Jährlich). Aber selbst hier zeigt sich Kritik: Ein durchschnittliches E-Auto reduziere die CO2-Belastung pro Jahr um 0,6 Tonnen – dies würde bedeuten, dass eine Tonne weniger CO2-Ausstoß demnach fast 10.000 Euro kosten würden. Zu viel für Anders Skonhoft, Volkswirtschaftsprofessor von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität NTNU in Trondheim, der meint, mit dem Geld könnte man dem Klima auf andere Art besser helfen. weiterlesen

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

tafeleisbergDer Bericht ist bereits von Ende 2014, soll aber nochmals an die schwer kalkulierbaren Risiken der Kippunkte erinnern.

Ein US-Fachjournalist nannte es einen »holy shit moment for global warming« – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. »Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten«, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Ganzer Artikel und Quelle: www.scilogs.de/klimalounge/westantarktis-ueberschreitet-den-kipppunkt/

Der Offshore-Windpark „Borkum West II“ am Netz

Offshore Windpark. Foto: Hans Hillewaert / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Ein weiterer Schritt nach vorn.

Nach fast vierjähriger Bauzeit ist der Offshore-Windpark Borkum in Betrieb genommen worden. 40 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt liefern nun rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum mit voller Leistung Strom. Gerechnet wird mit 4.000 Volllaststunden und einer Ausbeute von 800 Gigawattstunden Strom. Dies reicht um circa 200.000 Haushalte zu versorgen.

Beim Bau hat es einige Verzögerungen gegeben, denn der Park sollte bereits Mitte 2013 ans Netzt gehen. Der Windpark ist um ein Viertel teurer geworden als geplant.

Im August 2015 sollen die 40 Anlagen des Windparks Borkum in den Regelbetrieb überführt werden. Derzeit befinden sie sich noch im Probebetrieb. Laut dem Betreiber Trianel werden noch „technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Areva-Anlagen getestet“. Nächstes Jahr soll die Entscheidung über eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 200 Megawatt Leistung fallen.

Dänemark: 140 Prozent des Stroms aus Wind

Dänemark konnte am Freitagmorgen bei starkem Wind seinen Stromverbrauch zu 140 Prozent aus Windkraft decken. Das ergibt die Dokumentation des dänischen Übertragungsnetzbetreibers Energinet.dk. Am Donnerstag waren es bereits 116 Prozent gewesen, als um drei Uhr morgens der Anteil durch den niedrigeren nächtlichen Stromverbrauch stieg. Damit war die dänische Windkapazität von 4,8 Gigawatt noch nicht einmal komplett ausgelastet.

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Offshore-Windpark Anholt in Dänemark. Bild: Katrin Scheib / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Nach Informationen der britischen Tageszeitung The Guardian wurden je 40 Prozent des überschüssigen Windstroms nach Deutschland und Norwegen exportiert, den Rest nahm Schweden ab.

Bis 2020 will Dänemark die Hälfte seines Stroms stabil aus Windkraft beziehen. Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Das nordeuropäische Königreich ist auf dem besten Weg dorthin. Bereits 39 Prozent des Stroms stammten 2014 laut Energinet.dk von Windrädern. Im Oktober hatte Dänemark angekündigt, den Kohleausstieg des Landes zu beschleunigen. Bereits in zehn Jahren soll der Einsatz von Kohle beendet werden. Zurzeit lässt die Regierung prüfen, wie sich das umsetzen lässt.

Quelle: www.klimaretter.info